Verpixelt

by Evan Freyer

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about

Irgendwo in der Mitte liegt die Wahrheit. Zwischen Rock’n’Roll und Spießertum, zwischen Ängstlichkeit und Hochmut, zwischen den Höhen und Tiefen des Bergischen Landes, zwischen Sommer- und Winterzeit, zwischen analoger und digitaler Welt. Und so setzt „Verpixelt“, das neue Album des Wuppertaler Singer-Songwriters Evan Freyer, bewusst Kontrapunkte, um nicht nur die Welt, sondern auch die Gefühle des Individuums mit all ihren Irrungen und Wirrungen zu beschreiben.

Das fängt mit dem Opener „Prost“ an, in dem es nicht nur um das Feiern geht, sondern auch um den Verlust des eigenen Wegs und wie man ihn wiederfindet. „Digitaler Held“ beleuchtet die positiven Seiten wie auch die schmerzhaften Konsequenzen, die die Anonymität des Internets mit sich bringen kann, und „Weißes Rauschen“, ein Song im klassischen Freyer-Pop-Rock-Gewand, verbreitet hoffnungsvollen Optimismus in einer immer lauter werdenden Welt.

Freyer scheut wie immer auch nicht die politischen Themen. „Ongida“ ist eine leider immer noch aktuelle Persiflage der ach-so-friedlichen Bewegung der besorgten Bürger, „Irrlicht“ begleitet die Geschichte eines vom Geltungsdrang verfolgten Protagonisten auf seinem Weg in den radikalen Islamismus. Auf der anderen Seite der Geltungsdrang-Skala steht mit „Der Geilste“ eine Selbstbeweihräucherung der ersten Güte. Am Ende geht der Blick mit der Wuppertal-Hymne „Im Tal“ dann wieder weg vom Globalen und hin zu der Schönheit und Hässlichkeit des Bergischen Landes.

Evan Freyer ist bei „Verpixelt“ in die Vollen gegangen und hat sich bewusst entschieden, neue Wege einzuschlagen und gleichzeitig die Tradition zu wahren. Wie immer wird der Musiker von Martin Zang am Schlagzeug und Moritz Jentsch am Bass unterstützt. Andreas Ahrens hat wieder das Design für das Album-Artwork übernommen. Eine Premiere für den Wuppertaler Musiker war dagegen der Gang ins Studio, wo er sich die Dienste von Marc Sokal von „Carousel Productions“ sicherte. Dieser hatte zuvor bereits mit Henrik Freischlader zusammengearbeitet. Mix und Mastering entstanden diesmal ebenfalls nicht in Eigenregie, sondern wurden von Jan David Engel sowie Daniel Schmidt übernommen. So entstand ein runder und komplexer Sound und das bisher bestklingendste Album von Evan Freyer.

Um dem abwechslungsreichen Album gerecht zu werden, konnte sich Freyer dank einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne auch seinen lang gehegten Traum erfüllen und „Verpixelt“ auch auf Vinyl pressen. So ist das Album passend zum Thema nicht nur digital und auf CD, sondern auch vollständig analog auf Schallplatte erhältlich.

credits

released March 30, 2019

Drums – Martin Zang
Bass (Ongida, Der Geilste) – Moritz Jentsch
Backing-Vocals (Weißes Rauschen) – Alexandra Schulz
Geheimes Instrument (Digitaler Held) – Jan David Engel
Rest – Evan Freyer

Alle Drums und Lead-Vocals von „Prost“ und „Der Geilste“ aufgenommen von Marc Sokal @ Carousel Productions (www.carousel-productions.de)
Rest aufgenommen von Evan Freyer
Gemischt von Jan David Engel
Gemastert von Daniel Schmidt (hitschmiede@gmx.de)

Fotos: Lufre Photography (www.lufre-photography.de)
Grafik: Andreas Ahrens

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about

Evan Freyer Wuppertal, Germany

Evan Freyer ist ein Singer-Songwriter aus Wuppertal.

2010 wurde mit Anker das ausverkaufte Debütalbum über das Duisburger Label Happy Man Records veröffentlicht, 2013 folgte F.

Nach einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne erscheint 2019 das neue Album Verpixelt auch auf Vinyl.
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Track Name: Prost
Und du dachtest, es wär Schluss
Gabst mir schon einen Abschiedskuss

Du legtest die Platte weg
Hieltst das für einen Gag
Und hofftest, dass ich niemals wieder komm

Doch nun ist es soweit
Du bist noch nicht mal breit
Solang noch Bier da ist wird es genommen

Also los! Prost!

Deine Probleme sind hinter dir
Verschlossen zusammen mit mir

Du bist jetzt seriös
Nicht mal ein bisschen bös
Zuhause läuft höchstens noch Bono

Du kannst mich nicht verstehen
Ich kann das Feuer sehen
Wenn das Rock'n'Roll ist, bin ich lieber Techno

Also los! Prost!

Du schaust mich zweifelnd an
Verachtend, doch gebannt
Doch du weißt, ich trag nicht nach
Also reiß dich los und leb die Nacht

Ich weiß, du hast geirrt
Hast dich im Pop verirrt
Treu sein fällt schwer, wenn Taylor ruft

Doch das hat nun ein Ende
Das hier ist deine Wende
Hebe dein Glas, wie man dich schuf

Also los! Prost!
Track Name: Feuer
Ich geh durchs Feuer
Und folge dir ohne Furcht
Wohin du steuerst
Ich glaube dir jeden Satz
Neben dir, da ist mein Platz

Ich will brennen lass mich verglühen
Ich will die Flammen tanzen sehen
Und an deiner Seite stehen
Ich kann mich dir nicht mehr entziehen

Stehen wir zusammen
Stehen wir in Flammen

Ich geh durchs Feuer
Und folge dir ohne Furcht
Wohin du steuerst
Ich glaube dir jeden Satz
Neben dir, da ist mein Platz

Und gibt's mal keinen Ausweg raus
Hast du immer die Idee
Irgendwie wird’s schon okay
Mit dir sieht’s nie düster aus

Stehen wir zusammen
Stehen wir in Flammen

Ich geh durchs Feuer
Und folge dir ohne Furcht
Wohin du steuerst
Ich glaube dir jeden Satz
Neben dir, da ist mein Platz

Nähern wir uns gegenseitig an
Stecken wir alles um uns in Brand
Weil uns nichts aufhalten kann
Auch mit dem Rücken zur Wand

Ich geh durchs Feuer
Und folge dir ohne Furcht
Wohin du steuerst
Ich glaube dir jeden Satz
Neben dir, da ist mein Platz
Track Name: Digitaler Held
Digitaler Held
Rettest die Welt
Von deinem Desktop aus
Und Usenet spendet dir Applaus

Digitaler Held
Rettest die Welt
Von deinem Laptop aus
Und AOL spendet dir Applaus

Kein Hilferuf wird ignoriert
Ungelesen gibt es für dich nicht
Kriegst sofort mit, wenn was passiert
"Sie haben Post", schreit's dir ins Gesicht

Digitaler Held
Rettest die Welt
Von deinem Netbook aus
Und ganz MySpace spendet dir Applaus

Digitaler Held
Rettest die Welt
Von deinem Tablet aus
Und Facebook spendet dir Applaus

Kein Hilferuf wird ignoriert
Ungelesen gibt es für dich nicht
Kriegst sofort mit, wenn was passiert
Dank Push und Indikatorlicht

Digitaler Held
Rettest die Welt
Du bist für jeden da
Doch niemand nimmt dich wahr

Dein Hilferuf wird ignoriert
Oft geschrieben, doch senden tust du's nicht
Keiner weiß genau, was passiert
Alleine löscht du dann dein Licht
Track Name: Weißes Rauschen
Alles was du hörst ist weißes Rauschen, weil alles gleichzeitig passiert
Und die Träume, die du ewig und ständig bändigst schreibst du nur auf Papier

Sicherheit geht vor, na klar
Doch es sind auch Zweifel da
Was ist, wenn wir es probieren
Gibt es wirklich was zu verlieren?
Und die Frage bleibt bestehen
Ist Schicksal nur ein Versehen
Was ist wenn?

Was, wenn heut' alles funktioniert?
Was, wenn heut' alles so passiert?
Wie du es dir vorstellst?

Schon immer wolltest du was Anderes, Spannenderes, Besonderes in deinem Lebens ausprobieren
Doch die Welt hat dich verängstigt, beschäftigt und berechtigt dich zu verlieren

Sicherheit geht vor, na klar
Doch es sind auch Zweifel da
Was ist, wenn wir es probieren
Gibt es wirklich was zu verlieren?
Und die Frage bleibt bestehen
Ist Schicksal nur ein Versehen
Was ist wenn?

Was, wenn heut' alles funktioniert?
Was, wenn heut' alles so passiert?
Wie du es dir vorstellst?
Track Name: Ongida
Ich kann googlen, ich kann singen
Dank Autotune kann ich auch endlich singen
Ich kann twittern, ich kann streamen
Nicht mehr lang, dann kann ich mich auch beamen

Jedoch eins fällt mir schwer
Andere Menschen stressen mich immer sehr
Ich öffne kaum die Fenster
Denn ich hab' 'ne Flat und Glasfaser

Ich kann maile, ich kann skypen
Doch schon lange nicht mehr richtig schreiben
YouTube kann mich nicht richtig sperren
So kann ich weiter Feministen stören

Du wirst sehen, ich hab recht
Und die Verschwörungstheorien sind echt
Die Wahrheit wird immer verwischt
Deswegen zeig ich dir nie mein Gesicht

Daumen runter, rote Bewertung
Für mich klingt das nach purer Verehrung
Man verarscht, was man nicht versteht
Und sagt das hat keine Kredibilität

Ich verstehe, ich begreife
Dem Internet fehlt nun mal die Reife
Auf die Straße, gehen wir wieder
Und dann gründe ich die Ongida

Ja wir stehen gegen Gewalt
Wer uns entgegentritt, der hat's nicht geschnallt
Euch schmeiß ich raus aus dem Netz
Ihr gehört eingesperrt und mit Säure verätzt
Track Name: 8-Bit-Generation
Wie ein Donnerschlag wird’s mir plötzlich klar
Ja wir beide leben auf zwei ganz verschiedenen Ebenen
Kein Kran und keine Leiter helfen mir dabei weiter
Du bist nicht zu erreichen, zwei Gleise ohne Weichen

Wir sind gefangen in unserer Welt
Die Möglichkeiten sind abgezählt
Ausgewählt, abgestellt, vorbestellt

Ich wünschte, du könntest mich sehen
Ich stehe schräg gegenüber von dir
Doch du schaust nicht richtig hin
Ich wünschte, du könntest dich drehen
Doch dein Weg führt nicht zu mir
Als ob ihn jemand anders bestimmt

Verzwickte Situation
Einer 8-Bit-Generation

Etwas später wär es vielleicht nicht so schwer
Es gäb‘ mehr Möglichkeiten aufeinander zuzuschreiten
Doch es geht nun mal nur quer und vertikal
Opfer unserer Zeit, wir war’n nun mal noch nicht so weit

Wir sind gefangen in unserer Welt
Die Möglichkeiten sind abgezählt
Ausgewählt, abgestellt, vorbestellt

Ich wünschte, du könntest mich sehen
Ich stehe schräg gegenüber von dir
Doch du schaust nicht richtig hin
Ich wünschte, du könntest dich drehen
Doch dein Weg führt nicht zu mir
Als ob ihn jemand anders bestimmt

Verzwickte Situation
Einer 8-Bit-Generation

Doch das hier muss noch nicht das Ende unserer Story sein
Selten kommt eine erfolgreiche Geschichte ganz allein
Und wenn wir uns das nächste Mal dann endlich wieder sehen
Können wir uns endlich auch diagonal umsehen

Ich wünschte, du könntest mich sehen
Ich stehe schräg gegenüber von dir
Doch du schaust nicht richtig hin
Ich wünschte, du könntest dich drehen
Doch dein Weg führt nicht zu mir
Als ob ihn jemand anders bestimmt
Verzwickte Situation, verzwickte Situation

Doch bald sind wir dann schon
Eine 16-Bit-Generation
Track Name: Nicht blinzeln
Verfolgungswahn, du bist nicht mehr sicher
Du hörst das Weinen, von irgendwo Gekicher
Und überall siehst du die Figuren
Menschen verschwinden, hinterlassen keine Spuren

Was immer du tust, sie sind überall
Wenn du sie nicht siehst, plötzlich ein Überfall
Für dich sind sie nur Statuen
Doch hörst du nicht ihr Winseln?
Was immer du tust
Nicht blinzeln

Nur aus Stein, sie wirken nicht bedrohlich
Bewegungslos, ja fast schon stoisch
Aus den Augen verloren, stand das schon vorher da?
Ein leichter Schauer, denn sie sind so unscheinbar

Was immer du tust, sie sind überall
Wenn du sie nicht siehst, plötzlich ein Überfall
Für dich sind sie nur Statuen
Doch hörst du nicht ihr blinzeln?
Was immer du tust
Nicht blinzeln
Track Name: Irrlicht
Zieh weiter, wenn du nicht willkommen bist
Wer dich in Frage stellt, weiß nicht, wie es ist

Also raus aus der Freiheit, rein in das Glück
Raus aus dem Treiben, das uns unterdrückt
Dann bin ich der eine, auf mich kommt es an
Bin der einzige, der mich noch retten kann

Es war mir immer klar, dass ich was Spezielles bin
Ein Genie, ein Unikat, ein Hauptgewinn
Doch zwischen Bau und Kunst verlor ich mich
Und in der tiefsten Nacht, da fand ich dann dich

Du bautest mich auf, du gabst mir Halt
Jetzt bin ich ich selbst, jetzt hab ich's geschnallt
Ich darf mich nicht verstecken, jeder soll mich sehen
Das ist mein Leben, ihr werdet mich nie verstehen

Zieh weiter, wenn du nicht willkommen bist
Wer dich in Frage stellt, weiß nicht, wie es ist

Ist die Tür einmal offen, gibt‘s kein Zurück
Das hier muss sich lohnen, das hier wird mein Glück
Ich sprenge die Welt, wir bauen sie von Grund auf neu
Endlich für eine Sache, endlich irgendwie treu

Den Unterschied zu machen, das war mir bestimmt
Doch bisher sah ich zu, wie die Zeit verrinnt
Meine Sorgen verstand wicht mal die Freundin anhand
Egal, bald spenden 72 Applaus

Zieh weiter, wenn du nicht willkommen bist
Wer dich in Frage stellt, weiß nicht, wie es ist
Menschen wie du und ich retten die Welt
Weil wir alles verlassen, was uns zurückhält

Das letzte Diktat
Der bösen Saat
Gegen den Staat
Auf in den Jihad!
Track Name: Die Stunde, die nicht existiert
Du weißt, es gibt kein Entkommen
Du wirst an die Hand genommen
Und reist, wohin Verstand nicht folgen kann

Am Ende kannst nur du es sehen
Diesen Weg alleine gehen
Es ist irrelevant wie du dich siehst

Denn es kommt so oder so
Dunkelheit gehört dazu

Wenn die Nacht am tiefsten ist
Sieht man den tiefen Riss
Alles was man je verliert
In der Stunde, die nicht existiert

Wirst du dich nicht mehr erinnern
Dein Leben ist ein schwaches Flimmern
Der Tag scheint so endlos weit entfernt

Alles was du hier entscheidest
Wenn du dann am meisten leidest
Ist dir so vollständig fremd

Denn es kommt so oder so
Dunkelheit gehört dazu

Wenn die Nacht am tiefsten ist
Sieht man den tiefen Riss
Alles was man je verliert
In der Stunde, die nicht existiert

Du wirst dich selbst zerstören
Du musst dir selbst zuhören
Dir gegenüberstehen
Um dich zu verstehen

Wenn die Nacht am tiefsten ist
Sieht man den tiefen Riss
Alles was man je verliert
In der Stunde, die nicht existiert
Track Name: Der Geilste
Seitdem du mich sahst, ist alles plötzlich anders
Seitdem du mich sahst, ist nichts anderes besonders
Seitdem du mich sahst, geht es wieder aufwärts
Seitdem du mich sahst, isst du wieder auswärts

Du siehst mich an
Und fragst dich, ob du deinen
Augen trauen kannst

Langsam hast auch du es erkannt
Es gibt keinen Grund, drum rum zu reden
Denn ich bin einfach hier der Geilste

Ein Wunder auf drei Beinen, das hast du noch nie gesehen
Ich bin mit mir im Reinen, Selbstzweifel kann ich nicht verstehen
Du bist geblendet, der Maßstab ist weit hinter mir
Die Nachricht ist gesendet, mein Abbild ist dein Plaisir

Du siehst mich an
Und fragst dich, ob du deinen
Augen trauen kannst

Langsam hast auch du es erkannt
Es gibt keinen Grund, drum rum zu reden
Denn ich bin einfach hier der Geilste
Track Name: Im Tal
Das Leben ist voller auf und ab
Viele Berge, noch mehr Täler
Das Geld, das ist hier immer knapp
Holger Fach statt Uwe Seeler

Das laute Surren ist verstummt
Doch diese Narbe bleibt
Nicht die erste Ecke, die verkommt
Gute Ideen zur falschen Zeit

Irgendwie am Ende doch nie so wirklich da
Uns gehört der Anfang, was folgt, das ist nicht klar
Die Wälder weit, die Straßen schmal
Alles zusammen
Im Tal

Der schlechte Ruf ist nicht unverdient
Auch wenn uns keiner kennt
Der vorbeirast auf diesen Schienen
Und uns hässlich nennt

Doch vom Viertel bis rauf in den Norden
Ists viel zu gut für diese Stadt
Es ist schon und zu viel hier gestorben
Hier ist noch Platz, nimm Stift und Blatt

Irgendwie am Ende doch nie so wirklich da
Uns gehört der Anfang, was folgt, das ist nicht klar
Die Wälder weit, die Straßen schmal
Alles zusammen
Im Tal

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